Lernzielorientierung der Schüler*innen unterstützen mit den TARGET-Dimensionen

Schulisches Lernen richtet den Blick häufig auf die Lernprodukte der Schüler*innen und vernachlässigt den Lernprozess. Dies spiegelt sich auch in schulischen Lernzielen wieder.

Ausgangslage:

Lernen im schulischen Kontext wird oft durch die Erfassung und Bewertung von Leistungen operationalisiert. In der Forschung wird zwischen Mastery- und Performance-Zielen unterschieden. Während sich Mastery-Ziele auf den Wunsch beziehen, eine Aufgabe zu verstehen, sich neue Kenntnisse anzueignen und Fähigkeiten zu entwickeln, beziehen sich Performance-Ziele auf den Wunsch, Kompetenzen zu zeigen, indem man versucht, positive Urteile zu erhalten.

Problem:

Studien belegen, dass Mastery-Ziele die Lösung einer Aufgabe fokussieren und somit mit einer tiefgreifenden Bearbeitung der Aufgabe einhergehen, während Performance-Ziele die Aufmerksamkeit auf die Aufgabe und die Ergebnisse der Leistung fokussieren und damit zu einer oberflächlichen Bearbeitung der Aufgabe führt.

Aber welche Rolle spielst du als Lehrkraft dabei? Wie kannst du eine Lernkultur aufbauen, in der deine Schüler*innen Mastery-Ziele fokussieren?

Lösung:

Das multi-dimensional TARGET Modell umfasst sechs instruktionale Dimensionen, die eine Lernkultur beschreiben, durch die Mastery-Ziele unterstützt werden. Lüftenegger et al. (2014) untersuchten den Einfluss der sechs instruktionalen Dimensionen auf die Mastery-Ziele der Schüler*innen.

TARGET-Modell

TARGET-DimensionBeschreibung
Aufgabe (Task)Gestaltung von Lern- und Hausaufgaben: charakterisiert durch Lernorientierung, moderate Herausforderungen, Neugierde und aktive Beteiligung
Autorität (Authority)Möglichkeit zur aktiven Teilnahme an Entscheidungen, die für den Unterricht relevant sind
Anerkennung oder Belohnung (Recognition, Reward)formelle oder informelle Anerkennung durch Anreize, Belohnungen oder Feedback
Gruppe (Grouping)Nutzung heterogener Kooperationsgruppen und Peer-Interaktion zur Förderung der Zusammenarbeit mit Anderen
Evaluation (Evaluation)Methoden, mit denen Fortschritte und Verbesserungen bewertet werden, ohne dass ein wettbewerbsorientiertes Umfeld entsteht
Zeit (Time)Angemessenheit des Arbeitsaufwands, des Unterrichts-tempos und der Zeit, die den Schüler*innen zur Verfügung steht, um ihre eigenen Themen und Aufgaben vorzustellen

Ergebnisse:
Die Ergebnisse zeigen, dass die TARGET-Dimensionen die Mastery-Zielorientierung der Schüler*innen langfristig unterstützen. Wichtig dabei ist, dass die Schüler*innen diese Dimensionen wahrnehmen.
Zusammenfassung:
Die Lernkultur im Unterricht zeigt sich als relevant für die Zielorientierung der Schüler*innen. Unterricht sollte demnach so gestaltet sein, dass die TARGET-Dimensionen umgesetzt werden.

Quelle: Lüftenegger, M., Van De Schoot, R., Schober, B., Finsterwald, M., & Spiel, C. (2014). Promotion of students’ mastery goal orientations: Does TARGET work?. Educational Psychology34(4), 451-469.

Reflexionsfragen:

Welche Zielorientierung fokussierst du in deinem Unterricht?

Erfüllt dein Unterricht die TARGET-Dimensionen?

Wo siehst du noch Entwicklungsbedarf?

Bis jetzt noch nicht genutzt!

Binde doch in deiner nächsten Stunde mal bestimmte TARGET-Dimensionen in deinen Unterricht ein. Sprich danach mit deinen Schüler*innen darüber, ob sie die Aktivität hilfreich fanden.

Teile danach gerne deine Erfahrungen mit uns!

Ein Gedanke zu „Lernzielorientierung der Schüler*innen unterstützen mit den TARGET-Dimensionen

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